Gehaltskürzung statt Burnout: Zwei Drittel der Arbeitnehmer wären einverstanden 


24.04.2012 - TalentFrogs Kurzumfrage


Spätestens seit auch einige Prominente sich zum Burn-out bekannt haben, wird die Krankheit auch als gesellschaftliches Phänomen diskutiert. Eine der zentralen Ursachen ist die dauerhafte Überlastung im Job verbunden mit überzogenen Ansprüchen des Betroffenen an sich selbst. Wie weit das Phänomen gesellschaftlich bereits seit längerem verbreitet ist, zeigt eine Studie der BKK aus dem Jahr 2010, die zu dem Ergebnis kam, dass jeder zweite Arbeitnehmer unter erheblichen, arbeitsbedingten Schlafproblemen leidet. In der Regel sind dies die ersten Anzeichen für arbeitsbedingten Stress, Depressionen oder Burnout. Dabei leiden nicht nur die Arbeitnehmer: Krankheitsbedingte Arbeitsausfälle dieser Art kosten Unternehmen Umsätze und erhöhen den Druck auf die Kollegen. Viele Unternehmen haben daher bereits gezielt mit Anti-Stress-Programmen auf die Situation reagiert.

 

Die Online-Jobbörse TalentFrogs.de wollte es genauer wissen und befragte von Januar bis März 2012 2.291 Jobsuchende, ob sie für die Zusicherung eines stressfreien Jobs sogar Gehaltseinbußen akzeptieren würden. Die Ergebnisse waren eindeutig: Zwei Drittel (65%) würden ihre psychische Gesundheit über das Gehalt stellen und Einbußen hinnehmen. Allerdings zeigten sich erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: So ist die Bereitschaft bei Frauen deutlich höher (73%) als bei Männern (58%).

 

Darüber hinaus wollte TalentFrogs.de wissen, wie Unternehmen am besten darauf aufmerksam machen sollten, dass sie solche Programme anbieten. Hier zeigt sich, dass Mitarbeiter offensichtlich Unternehmenswebsite heute sehr genau ansehen. So wünscht sich die Mehrheit der Befragten (45%) entsprechende Informationen auf der Webseite, mit knappem Abstand gefolgt von der Stellenanzeige (36%).

 

„Die Ergebnisse weisen den Weg angesichts der Diskussion um den Fachkräftemangel und der Schwierigkeit vieler Unternehmen, die passenden Mitarbeiter zu gewinnen und so Personalengpässe zu vermeiden. Qualifizierte Arbeitskräfte erwarten heute mehr als nur ein attraktives Gehalt und ein iPhone. Unternehmen jeglicher Größe müssen heute ein Gesundheitsmanagement aktiv anbieten“, so Peer Bieber, Geschäftsführer der TalentFrogs GmbH.


Die Ergebnisse der Umfrage:

 

Würden Sie, bei einem Jobwechsel, weniger Gehalt in Kauf nehmen, wenn der zukünftige Arbeitgeber über ein Anti-Stress-Programm verfügt?
  Gesamt Männer Frauen
Nein                                800                                           502                                      298  
Ja 1.491                                  689                                      802  
Summe                               2.291                              1.191                                 1.100  
  Gesamt Männer Frauen
Nein 35% 42% 27%
Ja 65% 58% 73%
Summe 100% 100% 100%

 

Wenn ja, wo sollte ein Arbeitgeber dieses Angebot veröffentlichen (Mehrfachanworten möglich)
     
  in % Gesamt
Webseite des Unternehmens 45%                        2.084
Stellenanzeige der Unternehmen 36%                                1.682
Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung 18%                                   815
Separate Werbung 1%                                       44
Mitglied eines entsprechenden Verbandes sein 0%                             12
Mündliche Zusage im Gespräch 0%                               5